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Foto: Maksim-Vostrikov/Shutterstock

Verjüngte Augenpartie für einen frischen Gesichtsausdruck

Die Oberlidstraffung gehört zu den häufigsten Operationen in der Plastischen und Ästhetischen Gesichtschirurgie. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis hinsichtlich OP-Risikoprofil und OP-Ergebnis überzeugt.

Die Oberlidstraffung kennt im Grunde genommen keine Altersklassen. Bei jungen Menschen, die uns ab dem 20. Lebensjahr aufsuchen, handelt es sich überwiegend um genetisch bedingte Schlupflider, die durch einen Hautüberschuss, der den Patienten in die Wiege gelegt wurde, auffallen. Bei Menschen mittleren Alters lassen sich fortgeschrittene Befunde mit Hautüberschüssen und Fettgewebsansammlungen häufig durch die Lebensumstände erklären. Dazu gehören insbesondere wenig Schlaf, Nikotin- und auch Alkoholkonsum. Im fortgeschrittenen Lebensalter (60+) sind Hautüberschüsse und Veränderungen des periorbitalen Fettgewebes regelmäßig eine natürliche Alterserscheinung.

Abb. 1: Die Oberlidstraffung zählt zu den am häufigsten durchgeführten Schönheitsoperationen im Gesicht.

Bei der Diagnostik geht es insbesondere um den klinischen Befund. Das bedeutet, dass wir uns die Patienten ganz genau anschauen und erkennen müssen, was das Hauptproblem bei den vorliegenden Oberlidern/Schlupflidern darstellt. Überschüssiges Fettgewebe in den Kammern um das Auge herum kann die Ursache sein. Darüber hinaus können Hautüberschüsse vorliegen oder eine Schwäche am Lidhebemuskel selbst.

Therapien
Bei den Oberlidern gibt es neben den klassischen chirurgischen Behandlungsoptionen auch die Möglichkeit, über Botox Einfluss zu nehmen. Durch die gezielte Injektion von Botox in bestimmte Areale der Stirn können Agonisten, also funktionierende Muskeln, so gelähmt werden, dass die Antagonisten, also die Gegenspieler dieser Muskelgruppen, die Augenbrauen und damit die Weichteile um die Augenlider so anheben, dass die Oberlider frischer und weniger faltig aussehen.

Der Plasma Pen stellt eine Alternative zur chirurgischen Behandlung der Oberlider im Sinne einer Oberlidstraffung dar. Hier wird mit einer elektrisch betriebenen heißen Nadel die Haut in der Lidumschlagfalte des Oberlides so verödet, dass sie zusammenschrumpft. Die Gefahr bei diesem Verfahren liegt darin, dass die Entwicklung der Haut nach der Verbrennung nicht ganz präzise abgeschätzt werden kann, sodass zum Teil groteske Veränderungen provoziert werden können, die später eine chirurgische Revision nach sich ziehen.

Neben diesen Maßnahmen stellt die chirurgische Behandlung die Haupttherapie dar. Dabei geht es insbesondere darum, Hautüberschüsse zu beseitigen, den Muskel zu straffen und überschüssige Fettdepots zu entfernen. In unserer Klinik werden jährlich mindestens 500 Operationen an den Augenlidern vorgenommen. Dabei kommen hauptsächlich die mikrochirurgischen OP-Verfahren zur Anwendung. Die mikrochirurgische Operation der Oberlider sieht ein besonders schonendes Operationsverfahren vor. Dabei kommen uns die mikrochirurgischen Instrumente und die Vergrößerungen durch Lupenbrille und Mikroskop zu Hilfe. Dadurch können wir sicherstellen, dass die Zeit der Rekonvaleszenz möglichst kurz gehalten wird. Üblicherweise werden nach einer Woche die Fäden gezogen und es sind bei den meisten Patienten keine Operationszeichen mehr zu sehen. Während der Operation werden unsere Patienten in der Regel in einen Dämmerschlaf geführt. Für den postoperativen Schmerz werden zusätzlich lokale Anästhesie-Injektionen verabreicht.

Abb. 2: Die chirurgische Behandlung stellt die Haupttherapie bei der Oberlidstraffung dar.

Bei der operativen Behandlung der Oberlider kommt es insbesondere auf die Erfahrung des Chirurgen, seine Geschicklichkeit und auf das richtige Augenmaß bei der Entfernung der Haut an. Zusätzlich werden in der Regel überschüssige Fettpolster entfernt oder reduziert, und im Falle einer Muskelschwäche wird der Muskel zusätzlich gestrafft. Nach einem kurzen ambulanten Verlaufscheck und einer Überwachungszeit von ca. zwei Stunden werden die Patienten dann in der Regel mit Wundpflastern auf den Augen aus der Klinik entlassen. Im weiteren Verlauf werden ca. eine Woche nach der Operation die Fäden gezogen. Die weitere Nachbehandlung erfolgt ambulant und kann durch die Patienten selbst durchgeführt werden. Der Eingriff und die Nachsorge sind wenig aufwendig und bringen nur eine kurze Ausfallzeit mit sich. Dadurch, dass die Operation mit mikrochirurgischer Technik durchgeführt und der Hautschnitt in der Umschlagfalte des Oberlides geplant wird, ist die Narbe nach Abheilung der Wunde kaum zu sehen.

Besonderheiten bei der Oberlidstraffung
In letzter Zeit haben sich formverändernde Eingriffe – wie die sogenannte Cateye- oder die Foxy-Eyes- Operation – etabliert. Hierbei wird insbesondere bei jungen Menschen die Augenform verändert, indem ein mandelförmiges Auge produziert wird. Hierfür wird die Schnittführung entsprechend angepasst und das Resultat ist eine Formveränderung, die zum Teil Katzen- oder Fuchsaugen-artig anmutet. Diese Veränderungen sind nicht unumstritten, weshalb einige Plastische Chirurgen grundsätzlich davon Abstand nehmen. Nichtsdestotrotz muss man diese Entwicklung zur Kenntnis nehmen und ihr Rechnung tragen, da ein sehr großer Anteil der Patienten heute solche Veränderungen wünscht.

Asiatisches Auge, ethnische Blepharoplastik
Immer häufiger haben wir auch Formveränderungen in die andere Richtung zu verzeichnen, bei denen insbesondere asiatische Patienten und Patienten eine Aufhebung des Lidsegels (macht das asiatische Auge aus) wünschen. Hierfür werden sogenannte Z-Plastiken angebracht. Damit lässt sich dieses Lidsegel aufheben und ein europäisches Auge formen.

Abb. 3: Die wirksamste Methode zur Entfernung von Schlupflider ist die Operation: Vorher-Nachher-Situation.

Gesellschaftliche Entwicklungen der Oberlidstraffungen
Nachdem in den vergangenen Jahren die Blepharoplastik in breiten Schichten der Gesellschaft angekommen ist, kann man von einer allgemein anerkannten und sehr häufig durchgeführten Operation sprechen. War in den 1960er- und 1970er-Jahren die Oberlidstraffung noch ein Privileg für Reiche oder
Filmstars, lässt sich heute durch die in der Plastischen Chirurgie tätigen Kollegen eine flächendeckende Versorgung für alle Schichten der Bevölkerung anbieten. Dementsprechend suchen uns im Laufe unserer täglichen Sprechstunden viele Patienten mit diesem Wunsch nach einer Oberlidstraffung auf. Die Blepharoplastik ist eine Operation, die in ca. 45 Minuten durchgeführt wird und mit wenig postoperativem Aufwand verbunden ist. Daher gehört sie zu den häufigsten Operationen, die in Anspruch genommen werden, wenn es um gesichtsverändernde oder verjüngende Maßnahmen im Gesicht geht.

Zusammenfassung
Die Oberlidstraffung stellt eine sehr effektive Form der chirurgischen Behandlung von Überschüssen von Haut, Fettgewebe etc. am Oberlid darstellt. Aufgrund der mikrochirurgischen Technik sind wir in der Lage, Altersklassen- unabhängig mit möglichst wenig Komplikationsrisiko für die Patienten zu arbeiten.

Eine Lidkorrektur kann helfen, die Augen des Patienten wieder frischer, offener und jünger aussehen zu lassen und damit sein gesamtes Erscheinungsbild zum Positiven zu verändern, was wiederum zu mehr Selbstbewusstsein und gesteigertem Attraktivitätsgefühl führen kann.

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TEXT VON

Prof. Dr. med. Nektarios Sinis

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