Foto: Andrey_Popov/Shutterstock

Tod von zwei Patientinnen -
Urteil des Düsseldorfer Landgerichts

Dr. med. Alexander Hilpert, Präsident der DGÄPC, äußert sich zum Urteil des Düsseldorfer Landgerichts gegen einen Arzt nach dem Tod von zwei Patientinnen im Zusammenhang mit einem 'Brazilian Butt Lift'.

„Das ‚Brazilian Butt Lift‘, also eine Po-Vergrößerung mittels Eigenfett-Implantation, ist eine sehr komplexe und anspruchsvolle Behandlung. Eine sogenannte Fetttransplantation zum Aufbau von Gewebedefekten ist eine etablierte Methode, welche aber in die richtigen Hände gehört. Wird zu viel Fett oder am falschen Ort unter Unkenntnis implantiert, kann es zum Beispiel zu einer Fettembolie oder einer Fettgewebsnekrose führen. Daher ist es besonders wichtig, dass Patientinnen und Patienten, die diesen Behandlungswunsch hegen, einen erfahrenen und gut ausgebildeten Facharzt/Fachärztin aufsuchen und sich umfassend  beraten lassen.“

„Im letzten Jahr haben die Fachärztinnen und Fachärzte der DGÄPC einen leichten Anstieg der Anfragen nach einem sogenannten ‚Brazilian Butt Lift‘ festgestellt. Mit der steigenden Nachfrage steigt auch der Beratungs- und Aufklärungsbedarf. Den Mitgliedern der DGÄPC ist es ein enormes Anliegen, mögliche Patientinnen und Patienten darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig die ausführliche Beratung und die Wahl des richtigen Arztes ist. Ein solch risikobehafteter Eingriff sollte nur von dafür ausgebildeten Ärztinnen und Ärzten durchgeführt werden. Der aktuelle Düsseldorfer Fall zeigt, dass die daraus resultierenden Folgen für die Patientinnen und Patienten und deren Familien leider dramatisch sein können.“

Informationen zur Qualifikation

„Beim ‚Brazilian Butt Lift‘ sehen wir jetzt häufiger, wie bereits bei anderen Lifestyle-Behandlungen, dass hier Ärztinnen und Ärzte sowie Chirurginnen und Chirurgen tätig sind, die keine entsprechende fachärztliche Ausbildung im Ästhetisch-Plastischen Bereich haben. Der Facharzttitel steht für eine fundierte, geprüfte Ausbildung, denn die medizinische Grundausbildung allein ist für die Durchführung einer Ästhetisch-Plastischen Behandlung nicht ausreichend. Titel wie „Ästhetischer Chirurg“ und „Kosmetischer Chirurg“ oder auch „Schönheitschirurg“ sind ungeschützte Bezeichnungen und ein Indiz dafür, dass es sich um nicht umfassend ausgebildete Ärztinnen und Ärzte handelt. Informationen zur Qualifikation finden sich meist auf der Internetseite der Ärztinnen und Ärzte. Der Facharzttitel kann aber auch im ersten Beratungsgespräch oder vorab telefonisch erfragt werden. Ergänzend dazu gibt es verschiedene Fachgesellschaften, wie z.B. die DGÄPC, DGPRÄC oder VDÄPC, die im Internet Verzeichnisse online zugänglich machen, sodass Patientinnen und Patienten den für sich passenden Arzt oder die passende Ärztin recherchieren können.“

Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC)

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