Foto: Nestor Rizhniak/Shutterstock

Operationsrisiko steigt im Sommer

In den warmen Sommermonaten ist das Risiko für postoperative Wundinfektionen offenbar höher als in der kalten Jahreszeit. Eine spezielle Körperhygiene vor geplanten Eingriffen kann die Gefahr minimieren.

Sonne satt, aber: Im Sommer ist vor geplanten Operationen eine spezielle Körperhygiene besonders wichtig. In Österreich beispielsweise sterben jährlich rund 5.000 Patienten an den Folgen von Krankenhausinfektionen. Die häufigsten davon sind postoperative Wundinfektionen, wobei das Risiko pro Grad Celsius Außentemperatur um ein Prozent steigt.

„Bis zu 50 Prozent wären durch optimale Hygienemaßnahmen zu verhindern“, erklärte die Österreichische Gesellschaft für Krankenhaushygiene (ÖGKH).

Risiko im Sommer um 30 Prozent höher

Durch die Corona-Pandemie wurden zahlreiche Operationen verschoben und sollen nun in den Sommermonaten nachgeholt werden. Studien aus der Orthopädie und der Plastischen Chirurgie zeigen, dass in Österreich im Zeitraum Juni, Juli und August signifikant mehr postoperative Wundinfektionen auftreten. An heißen Sommertagen ist das Risiko statistisch gesehen um circa 30 Prozent höher als in der kühleren Monaten.

„Studien haben gezeigt, dass bei den postoperativen Wundinfektionen die Erreger meistens von der Hautflora der Patienten selbst stammen“, sagte Univ. Prof. Dr. Albert Tuchmann, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie (OEGCH). „Auf jedem Quadratzentimeter Haut sind bis zu zehn Millionen Bakterien angesiedelt. Diese nehmen prinzipiell wichtige Schutzfunktionen wahr. Bei einer Operation können sie aber in das Wundgebiet eindringen und möglicherweise Infektionen und damit verbunden Folgeoperationen, Schmerzen, Behinderungen oder Arbeitsunfähigkeit auslösen und schlimmstenfalls bis hin zum Tod führen“, berichtete der Mediziner.

Vorbereitung schon zu Hause

Die sogenannte Patientendekontamination sollte schon zu Hause starten, betonte Dr. Christoph Klaus, Genetiker und Infektionspräventionsexperte bei Schülke & Mayr. „Die Anwendung sollte mit Produkten auf Octenidin-Basis bis zu fünf Tage vor der geplanten Operation beginnen“, empfahl Dr. Klaus. Dafür solle mit den Produkten ein Mal täglich geduscht und zwei bis drei Mal täglich ein Nasengel in den Nasenvorhöfen verteilt werden.

Quelle: www.medinlive.at

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