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Foto: Adobe Stock

Mythos Fadenlifting – Die sanfte Lifting-Methode

Mythos Fadenlifting – Die sanfte Lifting-Methode

Erschlaffte Haut, erste Fältchen – mit zunehmendem Alter verliert die Haut an Spannkraft und Elastizität,
während die Kollagenproduktion abnimmt. Die Folge davon: Patienten sehen älter aus, als sie sich fühlen.
Doch was kann man dagegen tun? Eine minimalinvasive Behandlungsmethode gegen Fältchen und im
Absinken begriffene Hautpartien ist das Fadenlifting. Im Internet kursieren immer wieder wahre Horrorgeschichten
zum Thema Fadenlifting. Fakt ist, dass sich viele Menschen aufgrund der zahlreichen negativen Schilderungen vor dieser Behandlung scheuen. Dr. med. univ. Eva Wegrostek, Pionierin der Ästhetischen Medizin mit mehr als 20 Jahren Erfahrung, gibt einen Einblick in die verschiedenen Arten des Fadenliftings und möchte Interessierten die Angst vor dieser minimalinvasiven Art der Hautstraffung nehmen.

Dr. Eva Wegrostek

Was ist ein Fadenlifting?

Beim Fadenlifting handelt es sich um eine neuartige Methode inder Ästhetischen Schönheitsmedizin, die eine Straffung der Hautohne Skalpell ermöglicht. Diese minimalinvasive Behandlungsmethodesorgt für eine möglichst kurze Ausfallzeit für Patienten.Das Fadenlifting eignet sich besonders für Personen, die keinechirurgischen Eingriffe wünschen, aber dennoch ein jugendlicheresAussehen erreichen möchten. Die sanfte Straffung der Gesichtshautführt zu einem natürlichen Ergebnis, ohne maskenhaftzu wirken. Der Eingriff dauert etwa 30 bis 60 Minuten und kannambulant durchgeführt werden. Die Behandlung ist das ganzeJahr über möglich und verursacht eine sehr geringe Ausfallzeitvon nur null bis fünf Tagen, was im Vergleich zu anderen Methodenausgesprochen wenig ist.

Marionettenfalte, Krähenfüße, strenger Blick – Wann kommt ein Fadenlifting zum Einsatz?

Gründe für den Einsatz eines Fadenliftings können vielfältig sein.Oft wird diese Form der Behandlung bei zunehmendem Elastizitätsverlustder Haut oder einer eingeschränkten Produktion vonKollagen gewählt. Im Alter kann dies zu dunklen Augenringen,schlaffer Haut und Gesichtsfalten führen. Durch die Hautstraffungmittels Fäden können nahezu alle Bereiche des Gesichts sehr gutbehandelt werden. Hängende Mundwinkel, Marionettenfaltenum die Mundpartie, Nasolabialfalten sowie Krähenfüße um dieAugen lassen sich mithilfe eines Fadenliftings sehr gut behandeln. Im Stirnbereich können Zornesfalten geglättet und Augenbrauenangehoben werden. Es ist auch möglich, Strukturen anzuheben,was dem Gesicht einen wacheren und frischerenAusdruck verleiht. Im Halsbereich erzielt das Fadenlifting ebenfallsdeutlich sichtbare und überzeugende Ergebnisse.

Verschiedene Fäden für verschiedene Einsatzgebiete

Polydioxanon-(PDO-)Fäden: Es handelt sich hierbei um sehrdünne Fäden, die die Kollagenproduktion im Gewebe der Hautanregen und somit für ein erhöhtes Volumen der Haut sorgen.Zugfäden oder Silhouette Soft Fäden: Diese Fäden sind mit kleinen Widerhaken ausgestattet. Die Haken verankern sich im Gewebe,stützen dadurch die Hautoberfläche und stärken das behandelte Gewebe.

V-Lift oder L-Lift: Leichte Hautstraffung

Dieses Verfahren zielt darauf ab, die Haut zu stärken. Dazu werdendünne PDO-Fäden mit kleinen Nadeln direkt unterhalb derHautoberfläche platziert. Der Faden löst eine Reaktion aus, beider Bindegewebe gebildet wird. Im Laufe von 15 Monaten löstsich der Faden auf und es entsteht noch mehr Bindegewebe.Dadurch wird die Haut gestärkt und es entsteht ein minimaler Lifting-Effekt. Diese Behandlung eignet sich besonders gut für erste kleine Fältchen.

Lifting bzw. Konturierung

Bei dieser Methode kommen ebenfalls PDO-Fäden zum Einsatz, die jedoch etwas dicker und mit kleinen Widerhaken versehen sind. Die Fäden werden zwischen der obersten Hautschicht und den Fettpölsterchen platziert. Durch die Widerhaken kann abgesunkenes Fettgewebe nach oben gezogen und fixiert werden. Auf diese Weise kann ein tatsächliches Lifting durchgeführt und die Gesichtskonturen können neu modelliert werden.

Beim Lifting bzw. der Konturierung gibt es zwei unterschiedliche Arten, wie dieses durchgeführt werden kann:

Konturierung mit einer spitzen Nadel: Bei dieser Methode wird die Gewebeschicht, in die die Nadel eingeführt wird, zerschnitten. Ein Nachteil der Methode ist, dass das Gewebe an der betroffenen
Stelle traumatisiert wird und es zu blauen Flecken und Schwellungen kommen kann.

Konturierung mit einer stumpfen Nadel: Der Vorteil dieser Methode ist, dass das betroffene Gewebe nicht zerstört, sondern verdrängt wird. Dadurch bleibt die Gewebsschicht unverletzt und es entstehen keine blauen Flecke. Ein weiterer Vorteil ist, dass kein Hautüberschuss produziert wird, da nicht die Haut selbst nach oben gezogen wird, sondern lediglich die darunter sitzenden Fettpölsterchen. Diese Methode ist atraumatisch und ermöglicht es den Patienten, bereits am nächsten Tag wieder ihrer Arbeit nachzugehen.

Eine weitere Fadenkombination, die noch nicht lange am Markt verfügbar ist, besteht aus Fäden mit einer fast stumpfen Spitze, die gerollt sind und kleine Kegel aus Polymilchsäure enthalten. Während des Abbaus von Faden und Kegel wird neues Bindegewebe gebildet, das über Monate hinweg kleine Fältchen von innen heraus aufpolstert. Diese Methode zeigt besonders bei Marionettenfalten (Lippenfältchen) eine große Wirkung. Sie eignet sich auch gut für ältere Menschen mit tieferen Falten, bei denen eine Auffüllung mittels Hyaluron schnell unnatürlich wirken kann.

Was gilt es vorab zu beachten?

Am Anfang jeder ästhetischen Behandlung ist es wichtig, ein ausführliches Beratungsgespräch mit dem behandelnden Arzt zu führen. Im Rahmen dieses Termins wird genau geklärt, welche Falten und Problemzonen durch ein Lifting verbessert werden können und ob eine Auffüllung mit Hyaluronsäure oder ein Faden lifting zum gewünschten Ergebnis beitragen kann. Um mögliche Risiken und Komplikationen zu minimieren, sollte zwei Wochen vor der Behandlung die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten wie Ibuprofen, Aspirin und Diclofenac sowie von Vitamin C vermieden werden. Es wird auch empfohlen, am Tag vor der Behandlung keinen Alkohol zu trinken und wenn möglich, das Rauchen zu unterlassen.

Wie läuft ein Fadenlifting ab?

Zu Beginn der Behandlung wird die Haut gründlich gereinigt, um sie optimal auf die nachfolgende Behandlung vorzubereiten. Anschließend wird eine Lokalanästhesie durchgeführt. Dabei werden auf jeder Gesichtshälfte kleine Injektionen von der Schläfe bis hinunter zum Kieferwinkel gesetzt. Nach der Lokalanästhesie beginnt die eigentliche Behandlung. Der behandelnde Arzt führt über kleine Einstiche mit einer Nadel Mikrofäden entweder senkrecht oder quer zur Muskelachse in das Fettgewebe ein. Die Nadel ist hohl, sodass der Arzt den Faden einfach und präzise in der Haut platzieren kann. Durch leichte massageähnliche Bewegungen, Ziehen und Spannen bringt der Arzt das Fettgewebe in die gewünschte Form und fixiert die Fäden, ohne dass Nähte oder Pflaster benötigt werden. Entfernt werden müssen die Fäden nicht. Je nach Dicke werden diese im Laufe von zwölf bis 18 Monaten vollständig vom Körper abgebaut.

Erste Ergebnisse …

… sind bereits am Ende der Behandlung sichtbar. Das endgültige Resultat ist jedoch erst nach etwa drei bis vier Monaten zu erkennen, da die Neubildung von Kollagenfasern Zeit benötigt. Das Ergebnis des Fadenliftings hält in der Regel zwei bis drei Jahre an. Falls vom Patienten gewünscht, ist eine weitere Behandlung jederzeit möglich. Es besteht auch die Möglichkeit, das Ergebnis des Fadenliftings durch andere Faltenbehandlungen zu unterstützen.

Welche Komplikationen und Nebenwirkungen können auftreten?

Das Fadenlifting ist eine minimalinvasive Methode, die ohne große Schnitte oder Ähnliches auskommt. Dadurch fallen die meisten Nebenwirkungen und Komplikationen weg, die bei operativen Eingriffen auftreten können. Das Risiko von Infektionen ist sehr gering. Vor der Behandlung sollte der Arzt jedoch klären, ob der Patient Allergien oder Unverträglichkeiten hat. Bei der Verwendung von Polymilchsäure-Fäden kann es zu einem leichten Brennen kommen, welches jedoch nur vorübergehend ist. Gelegentlich
können nach der Behandlung kleine Hämatome und Blutergüsse auftreten, die jedoch in der Regel innerhalb weniger Tage abklingen und leicht mit Make-up überschminkt werden können. Schwellungen sind häufig die Folge, können aber durch entsprechendes Kühlen der behandelten Stellen innerhalb eines
Tages abklingen.

Postoperative Verhaltensregeln

– Bei Schmerzen können entzündungshemmende Medikamente wie Voltaren, Parkemed oder Mexalen eingenommen werden.
– Der Kopf sollte in den ersten drei Nächten hoch gelagert werden.
– Das Gesicht kann ab dem ersten Tag gereinigt werden, aber mit Vorsicht.
– Es ist erlaubt, Make-up aufzutragen und sich die Haare zu waschen, aber behutsam.
– In den ersten drei Wochen nach der Behandlung sollten keine Massagen, sportlichen Aktivitäten, Sauna- und HammamBesuche oder zahnärztliche Behandlungen durchgeführt werden.
– Übermäßige mimische Bewegungen sollten vermieden werden, besonders in den ersten drei Wochen des Heilungsprozesses.
– In den ersten zehn Tagen sollte eher flüssige Nahrung wie Suppen, Pürees etc. zu sich genommen werden. Unter keinen Umständen sollten Nahrungsmittel wie Äpfel gegessen werden, da das Öffnen des Mundes, um ein Stück abzubeißen, den Heilungsprozess irritieren kann, genauso wie das Kauen danach.
– In den ersten 24 Stunden sollte auf Make-up und Cremes verzichtet werden. Am Tag nach der Behandlung sollte man sich Ruhe gönnen, um den Heilungsprozess nicht zu stören. Es ist nicht unbedingt erforderlich, einen Nachkontrolltermin zu vereinbaren, da bei dieser minimalinvasiven Behandlung das Risiko von Nebenwirkungen gering ist. Wenn der Patient jedoch einen Termin zur Überprüfung des Heilungsverlaufs wünscht, ist dies selbstverständlich möglich.

Ordination Dr. Eva Wegrostek
Wollzeile 9, 4. Obergeschoss
1010 Wien, Österreich
Tel.: +43 1 9439393
of ce@wegrostek.info

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