Foto: ©Charles DeLuvio/unsplash

Mehr Lust am Leben

Intimchirurgische Eingriffe können Schmerzen lindern, die verlorene Form zurückbringen, das Selbstbewusstsein stärken und oft auch das Verlangen nach Sex - bei Frauen und Männern.

Nie waren wir so offen wie heute. Wir reden über Sex, Leidenschaft und unsere geheimsten Wünsche, als würden wir Steuerspartipps oder Kochrezepte austauschen. Es gibt nur wenige Themen, die uns sprachlos machen. Eine überdehnte Beckenbodenmuskulatur, die den Sex unlustig macht, ist z. B. etwas, das Frauen lieber nicht hochkochen lassen, ganz zu schweigen von Inkontinenz. Und zu lange Schamlippen sind offiziell ebenso wenig ein Thema wie ein zu kleiner Penis, der große Auswirkungen auf das männliche Selbstbewusstsein hat – und damit auf das ganze Leben.
„Obwohl der Leidensdruck betroffener Frauen und Männer groß ist, werden diese Probleme immer noch gern als kosmetische Lappalien belächelt“, stellen Dr. Cornelius Grüber und Dr. Sonja Tomschik vom HANSEATICUM in Hamburg fest. Die erfahrenen Plastisch-Ästhetischen Chirurgen nehmen in ihrer Praxis kein Blatt vor den Mund, sprechen mit ihren Patientinnen und Patienten über Tabus und Trends und die Möglichkeiten, durch einen operativen Eingriff glücklicher und zufriedener zu leben.

Schamlippenkorrekturen sind übrigens laut der Internationalen Gesellschaft für Ästhetische und Plastische Chirurgie (ISAPS) der am schnellsten wachsende Trend im Bereich aller Schönheitsoperationen. 2015 wurden nach Schätzung der ISAPS in Deutschland 5.296 Eingriffe vorgenommen, 2018 waren es schon 8.743. „Interessant sind natürlich die bislang unveröffentlichten Zahlen für 2020, da sich durch den Lockdown viel mehr Patienten zu operativen Veränderungen entschlossen haben“, sagt Dr. Grüber. „Und in der Intimchirurgie gab es generell großen Zulauf in den vergangenen Jahren.“

Die intimen Wünsche der Frauen
Ein Drittel aller Frauen bemerken, besonders nach einer Schwangerschaft und der Menopause, Veränderungen im Intimbereich, die sie körperlich und psychisch belasten. Zunehmend sehen aber auch junge Frauen ihre Intimzone
kritisch. Einerseits, weil der Trend zur Intimrasur freilegt, was zuvor verdeckt war. Andererseits sprechen Frauen in Magazinen und im TV jetzt offen über das Thema und zeigen anderen, dass sie nicht allein sind. Dr. Tomschik: „Es geht bei einer Schamlippenkorrektur um mehr als die Optik. Hängen die äußeren Schamlippen schlaff herunter oder sind die inneren zu lang und überragen die äußeren, gibt es Beschwerden beim Tragen enger Hosen oder Sportkleidung. Dazu kommen unangenehmes Reiben und Druckgefühle beim Radfahren, Reiten oder Joggen sowie Schmerzen beim Sex, weil die Schamlippen sich während des Aktes einschlagen und nach innen rutschen. Auch Asymmetrien lassen sich durch die relativ problemlose OP korrigieren.“

Die Schamlippenkorrektur ist ein schmerzarmer ambulanter Eingriff, den die Plastisch-Ästhetische Chirurgin meist in Lokalanästhesie vornimmt. Sie kürzt das überschüssige Gewebe der inneren und/oder äußeren Labien, je nachdem was individuell geplant wurde. Vernäht wird die Wunde nahezu unsichtbar in der Hautfalte mit sehr feinen, selbstauflösenden Fäden. Insgesamt dauert die Labioplastik rund eine Stunde. „Häufig kombiniere ich die Schamlippenverkleinerung mit einer Klitorismantel-Straffung“, erklärt Dr. Tomschik. Dabei wird das überschüssige Gewebe des Klitorishäutchens entfernt und so gestrafft, dass die Klitoris in die optimale Lage gebracht wird.

Ein Zuviel am Venushügel ist oft ein rein ästhetisches Problem, das Frauen aber psychisch beschäftigt. Vor allem unter enganliegenden Hosen und Leggins, im Bikini oder Badeanzug ist ein erhabener Venushügel gut erkennbar. „Die Ursachen liegen meistens in hormonellen Veränderungen. Auch durch Geburten kann sich das Fettgewebe dauerhaft verändern“, sagt die Fachärztin, die weiß: „Sport und Diät helfen nur zum Teil, und an manchen Stellen leider gar nicht.“ Beim Venus-Sculpting nutzt sie die WAL-Methode (Wasserstrahl-assistierte Liposuktion) zur Fettabsaugung. Sollte der Venushügel so voluminös sein, dass nach dem Absaugen ein Hautüberschuss besteht, entfernt die erfahrene Chirurgin das Gewebe über einen Schnitt oberhalb des Schamhügels.

Ganz ohne Skalpell lassen sich Scheidentrockenheit, Harninkontinenz oder Bindegewebsschwäche nach einer Schwangerschaft behandeln. Auch bei Stressinkontinenz, wenn es schon beim Niesen, Husten, Heben oder Joggen tröpfelt, hilft der Einsatz von Forma V. Dr. Tomschik: „Das ist ein auf Radiofrequenz basierendes Gerät, das moderate Blasenschwäche behebt, gegen Scheidentrockenheit wirkt, die Vagina verengen und das sexuelle Lustempfinden steigern kann.“ Die Wirkung basiert auf der kontrollierten Erwärmung der unter der Schleimhaut liegenden Gewebeschichten, die sich bei Temperaturen von 40 bis 45 Grad sofort zusammenziehen. Dazu wird ein schmaler Stab in die Vagina eingeführt und zur Straffung der Scheidenwände ca. 15 Minuten hin- und herbewegt. Der Effekt ist sofort messbar. Äußerlich angewendet strafft die Methode den Schambereich sichtbar. Für optimale Ergebnisse sind zwei bis drei Anwendungen im Abstand von einem Monat nötig.

Die Intimzone des Mannes
Auch Männer leiden, oft über Jahrzehnte still in sich hinein, wenn sie mit dem Aussehen oder der Funktion ihrer Intimzone unglücklich sind, ihren Penis als zu kurz oder zu dünn empfinden. „Mechanische Ziehmassagen, Jelqing genannt, bringen meist nicht den gewünschten Effekt. Etwas wirkungsvoller sind spezielle Dehnapparate für den Penis, die über Monate hinweg angelegt werden müssen. Die größte Zufriedenheit bringt auf Dauer eine operative Penisvergrößerung, die tatsächlich ein relativ kleiner, risikoarmer Eingriff ist, da er zum Teil in Lokalanästhesie erfolgen kann“, sagt Dr. Cornelius Grüber.

Bei der sogenannten Schwellkörper-Verlagerungsplastik durchtrennt der Facharzt über einen ca. drei Zentimeter langen Schnitt im Schambereich die vorderen inneren Haltebänder und schafft mit körpereigenem Material eine neue Befestigung. Dadurch verlagert sich der Teil des Penis, der unter dem kleinen Becken verborgen liegt, nach außen, und es entsteht eine sichtbare Verlängerung von zwei bis fünf Zentimetern. Zum Schluss vernäht er den Hautschnitt mit einer feinen Nadel und versorgt ihn mit einem Pflaster. Dr. Grüber: „Die besten Ergebnisse können Patienten erwarten, die schlank sind und ein kräftiges Halteband haben. In einigen Fällen konnten wir im erschlafften Zustand von neun auf 15 Zentimeter verlängern. Aber auch im erigierten Zustand ist eine Verlängerung zu realisieren, allerdings ist diese nicht so extrem.“

Eine Frage der Proportion
Wichtig für die Zufriedenheit des Patienten ist, dass die Proportion von Länge und Durchmesser stimmt. Auf Wunsch kann der Penis deshalb im zweiten Schritt der Operation mit einem Eigenfett-Transfer verdickt werden. Das Material dafür gewinnt der Operateur durch eine Fettabsaugung aus dem Schambereich oder dem Bauch des Patienten. Eine neue Gerätegeneration macht es möglich, die Fettzellen zu entnehmen und direkt zu verwenden. Der body-jet® eco der Schweriner Firma Human Med, den Dr. Grüber und Dr. Tomschik verwenden, wurde speziell zur präzisen Entnahme von kleineren Fettgewebsmengen entwickelt: Der feine Wasserstrahl löst die Fettzellen aus ihrem Verbund, wird schubweise ins Gewebe gepumpt und die Flüssigkeit dann direkt wieder abgesaugt. In Kombination mit einem schonend eingestellten Vakuum lassen sich so besonders agile Fettzellen gewinnen – ihre Vitalität beträgt etwa 90 Prozent, und die erzeugten Fettzell-Cluster haben die optimale Größe für den Transfer. Sie werden auf Spritzen gezogen und in gleichmäßigen Abständen entlang des Schafts injiziert. Die Schmerzen nach der Penisvergrößerung sind sehr gering, und nach etwa sechs Wochen ist der Penis wieder vollkommen funktionsfähig.

Zur Verdickung der Eichel ist Hyaluronsäure das Mittel der Wahl. Dr. Cornelius Grüber: „Aus anatomischen Gründen kann nur der untere Rand aufgespritzt werden. Sonst besteht die Gefahr, die Harnröhre einzuengen.“ Schöner Nebeneffekt: Der minimalinvasive Eingriff nimmt die Reizbarkeit an den Nervenenden und verringert so gleichzeitig das Problem des vorzeitigen Samenergusses.

Verschönerung der Silhouette
Eine Region „Down Under“, die Frauen und Männer gleichermaßen beschäftigt, ist der Po. Der Trend zum chirurgisch
getunten Hinterteil kommt aus Brasilien und wird in der Plastisch-Ästhetischen Chirurgie als Brazilian Butt Lift immer
beliebter. Die Fachärzte im HANSEATICUM betrachten die Partie allerdings nicht isoliert: „In unserer Praxis ist der Brazilian Butt Lift eine Kombination aus moderner Fettabsaugung mit Konturierung der Hüft- und Bauchregion und einer Neumodellierung des Gesäßes durch Eigenfetttransplantation. Deshalb wird mit einer operativen Po-Vergrößerung die gesamte Silhouette verschönert.“

Klingt „lifestylig“, verlangt aber das ganze Können eines erfahrenen Facharztes. Denn in den vergangenen Jahren kam es wiederholt bei diesem Eingriff bei fachlich nicht kompetenten Ärzten (Schönheitschirurg ist kein geschützter Beruf) zu Komplikationen. Deshalb ist es wichtig, sich nur von voll ausgebildeten Plastischen und Ästhetischen Chirurgen operieren zu lassen. Zur Fettabsaugung für den Po-Lift bieten sich die Love Handles, Fettdepots an Bauch, Hüfte und an den Oberschenkeln an. Das gewonnene Eigenfett wird dann ausschließlich oberhalb des Muskels eingespritzt, um eine aufpolsternde und natürliche Gewebeschicht zu bilden – und den Po neu zu definieren.

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