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Fettabsaugung im schonenden Vibrationsverfahren

Wenn hartnäckige Fettpolster durch Sport oder Diät nicht verschwinden wollen, kann über eine Fettabsaugung nachgedacht werden. Bei der Behandlung geht es primär darum, die Harmonie der Körperproportionen wiederherzustellen.

In einer ersten Voruntersuchung werden Patientenwünsche und die anatomisch-klinische Situation mit
den möglichen Erfolgsaussichten abgeglichen und gemeinsam mit dem Patienten diskutiert. Besonders
gute Ergebnisse lassen sich bei straffer, elastischer Haut in den Behandlungsarealen erzielen. Ist nach einer schon erfolgten Gewichtsabnahme ein starker Hautüberschuss vorhanden, dann kann eine Kombination aus Fettabsaugung und sich anschließender Straffung sinnvoll werden.

Welche OP-Methode ist die richtige?
Die ersten Fettabsaugungen zu Anfang der 1970er Jahre wurden ohne eine Vorbehandlung des Gewebes und zum Teil sogar mit scharfen Kanülen vorgenommen. Dabei waren der Blutverlust und die anschließende Hämatomausprägung sehr stark. Dies änderte sich erst durch eine Gewebevorbehandlung durch die Injektion von Kleinscher Lösung und dem Einsatz von stumpfen, atraumatischen Kanülen bei der Absaugung.

In den folgenden Jahren kam es zu einer stetigen Verbesserung der Methodik, speziell über die Entwicklung sogenannter „assistierter“ Verfahren. So kam es beispielsweise Anfang der 1990er Jahre zur Entwicklung der ultraschallassistierten Liposuktion (UAL). Bei diesem Verfahren werden die Fettzellen durch Ultraschallwellen zum Platzen gebracht und abgesaugt. Problematisch ist dabei, dass es durch die schlecht kontrollierbare Ultraschalleinwirkung zu Gewebeverbrennungen kommen kann. Ähnliches gilt für die laserassistierte Fettabsaugung (LAL). Bei der wasserstrahlassistierten Fettabsaugung (WAL) werden die Fettzellen mithilfe eines Wasserstrahls voneinander getrennt, sodass sie abgesaugt werden können. Hierbei wird die Kleinsche Lösung unmittelbar bei der Absaugung injiziert.

Ebenfalls eine Weiterentwicklung auf dem Gebiet der chirurgischen Fettabsaugung ist die, Anfang der 2000er Jahre entwickelte, vibrationsassistierte Fettabsaugung (VAL). Hierbei wird nach Injektion der Kleinschen Lösung mit stumpfen, vibrierenden Kanülen das Fett abgesaugt. Es stellt ein sanftes, äußerst gewebeschonendes Verfahren dar, das den Patienten eine kurze nachoperative Erholungsphase gewährt, wobei auch die kleinen Blut- und Lymphgefäße weitgehend geschont werden können und somit kaum Hämatome entstehen. Daher stellt gerade die vibrationsassistierte Fettabsaugung ein ideales Verfahren bei der operativen Lipödem-Therapie dar. An der Beauty Klinik an der Alster bzw. der Lipödem Klinik an der Alster kommt das vibrationsassistierte Verfahren bei der Fettabsaugung zum Einsatz.

Vorbereitung zur Fettabsaugung
Es ist wichtig, den Patienten vor dem Eingriff über Möglichkeiten und Risiken des Eingriffs aufzuklären. Bei einer kosmetischen Fettabsaugung sollten nicht mehr als acht bis zehn Liter abgesaugt werden, um keine postoperativen Kreislaufprobleme entstehen zu lassen. Eine antibiotische Abdeckung ist bei kleineren Arealen nicht unbedingt notwendig, bei einer Fettabsaugung an den Beinen sollte eine postoperative Thromboseprophylaxe, insbesondere bei Eingriffen in Allgemeinnarkose, unbedingt beachtet werden.

Je nach Umfang des abzusaugenden Areals ist eine postoperative Erholungsphase von bis zu zwei Wochen zu empfehlen. Es sollte postoperativ für ca. zwei bis drei Wochen ein gut sitzendes Mieder zur Schonung des abgesaugten Bereichs fast ganztägig getragen werden, danach ca. zwei Wochen halbtags. Je nach Elastizitätszustand der Haut im abgesaugten Areal kann die Miedertragezeit auch verkürzt werden.

Das vibrationsassistierte Verfahren ist das einzige, das in rein örtlicher Betäubung, mittels modifizierter Kleinscher Lösung, ohne jegliche weitere Opiatapplikation, Absaugungen auch über größere Areale zulässt.

Eine Markierung der zu behandelnden Bereiche sowie eine Markierung der notwendigen Einstichstellen geschehen unmittelbar präoperativ. Dann erfolgt die Narkoseeinleitung und das Injizieren einer modifizierten Kleinschen Lösung. Hierbei bestimmt der Xylonest®-Anteil die mögliche Maximaldosierung. Nach Injektion der Lösung wird die Absaugung mittels atraumatischer, schlanker Kanülen über die zuvor markierten Stichinzisionen von ca. acht Millimetern Länge vorgenommen. Am Ende des Eingriffs wird dem Patienten ein gut sitzendes Mieder angepasst. Bei einer Absaugung unter örtlicher Betäubung kann der
Patient ambulant geführt werden.

Nachoperativer Verlauf
Eine postoperative Kontrolle zur Beurteilung des Heilungsverlaufs sollte nach ca. acht bis zwölf Tagen vereinbart werden. Hier kann beurteilt werden, ob die Verheilung entzündungsfrei ihren Weg findet und ob eventuell Serome, die unter der postoperativen Thromboseprophylaxe-Therapie entstehen können, behandelt werden müssen. Erste Ergebnisse können schon innerhalb von drei Wochen festgestellt werden, ein Endergebnis stellt sich, je nach Größe des abgesaugten Areals, erst nach ca. drei bis zehn Monaten ein. Dann ist auch der Zeitpunkt gekommen, um einen Folgeeingriff zur weiteren Verbesserung des bisher erzielten kosmetischen Ergebnisses zu planen. Eine unmittelbar postoperative Schmerztherapie wird durch die zuvor injizierte modifizierte Kleinsche Lösung erreicht. Nach deren Abklingen können die Beeinträchtigungen, die meist im Rahmen eines starken Muskelkaters empfunden werden, durch die Gabe von NSAR weiterbehandelt werden.

Mögliche Regionen für eine Fettabsaugung
Bei Frauen und Männern gleichermaßen gefragt, ist die Fettabsaugung an Bauch und Hüften. Wobei Männer allerdings oftmals die Fettvermehrung hinter der Bauchdecke aufweisen, sodass hier zu einer Reduktion des Fettvolumens keine Absaugung durchgeführt werden kann. Ebenfalls geschlechtsunspezifisch ist die Fettabsaugung im Gesichts-Hals-Bereich gefragt. Speziell von Frauen wird häufig eine Fettabsaugung im Beinbereich gewünscht, so vor allem an inneren und äußeren Oberschenkeln, an den Knien und auch an den Waden. Zudem häufig am Po und im Rahmen einer operativen Lipödem-Therapie neben den Beinen auch an den Ober- und Unterarmen.

Nachbehandlung einer operativen Fettabsaugung
In vielen Fällen reicht zur Nachbehandlung einer Fettabsaugung das regelhafte Tragen eines gut sitzenden Mieders. Sport kann nach Kreislaufstabilisierung bald wieder begonnen werden, und die Einleitung einer Lymphdrainagen-Therapie acht bis zwölf Tage post OP. Sonneneinstrahlung sollte bis zum Verschwinden aller aufgetretenen Hämatome unbedingt vermieden werden. Die Inzisionsnarben sollten bis zu acht Wochen post OP noch abgeklebt und so vor UV-Strahlung geschützt werden. Die individuelle Ausfallzeit hängt natürlich vom jeweiligen Behandlungsvolumen ab und kann ca. drei bis sieben Tage betragen.

Fazit
Allgemein ist eine Fettabsaugung für jeden Betroffenen oftmals ein, die eigene Lebensqualität verbessernder, komplikationsarmer Eingriff, wobei besonders die Absaugung an Ober- und Unterbauch sowie an den Hüften zu erwähnen ist, vor allem aber die im Rahmen der operativen Lipödem-Therapie erzielte zurückgewonnene ursprüngliche Lebensqualität. Durch die Normalisierung des Gangbildes und Erzielung der Schmerzfreiheit in den Beinen und Armen, über die Beseitigung des Lymphstaus, wird allen Betroffenen ein neues Lebensgefühl beschert, ohne Schmerzen und ohne lästige Mieder-Therapie.

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