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Ästhetisch-Plastische Eingriffe 2020

Was sind die beliebtesten Ästhetisch-Plastischen Behandlungen und Eingriffe des vergangenen Jahres? Zeigen sich Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Behandlungswünsche? Und gibt es nennenswerte Unterschiede bei Frauen und Männern?

Die Anfang November 2020 erschienene Ausgabe der Statistik der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) gibt Auskunft zu diesen und vielen anderen Fragen rund um die Interessen und Wünsche der Patientinnen und Patienten im Ästhetisch-Plastischen Bereich. Die jährlich durchgeführte Erhebung basiert auf einer anonymen Befragung der Patientinnen und Patienten und liefert so seit mittlerweile über zehn Jahren fundierte Erkenntnisse und Informationen.

Die Top Five der häufigsten Behandlungen und Eingriffe

2020, so zeigt die neue Statistik, war die Nachfrage nach minimalinvasiven Behandlungen besonders hoch. Mit 30,7 Prozent belegen Faltenunterspritzungen mit Filler die Spitzenposition im letztjährigen Behandlungs-Ranking. Direkt folgend auf Platz 2 befindet sich die Botulinumtoxin-Behandlung mit 24,4 Prozent. Erst ab dem dritten Platz folgen operative Eingriffe: mit 12,7 Prozent die Brustvergrößerung (Implantat), gefolgt von der Oberlidstraffung (8,6 Prozent) und der Fettabsaugung (8,3 Prozent) als die drei gefragtesten Eingriffe des Jahres 2020.

Der Fokus des Behandlungsinteresses liegt auf dem Gesicht

Die Differenzierung von minimal- und nichtinvasiven wie auch operativen Eingriffen ist unter Berücksichtigung der aktuellen COVID-19-Pandemie von besonderer Bedeutung, da so zwei Phänomene in den Vordergrund treten: Einerseits zeigt sich bei den Patientinnen und Patienten in diesem Jahr eine höhere Tendenz zu minimal- und nichtinvasiven Eingriffen. Statt aufwendigere und somit auch teurere Operationen sind dezentere und sogenannte sanfte Behandlungsmethoden häufiger gefragt. Dabei sind Faltenunterspritzungen mit Filler und Botulinum-behandlungen am beliebtesten – sowohl bei Frauen als auch bei Männern.

Die Bereitschaft zu einer Behandlung, deren Ergebnisse schnell sichtbar sind und die keine umfassende Nachsorge erfordert, ist in der aktuellen Pandemiezeit größer. Im Fokus steht dabei das Gesicht. Ergänzend zu den minimalinvasiven Eingriffen fällt hier die starke Zunahme an Ober- und Unterlidstraffungen auf. Lag die Oberlidstraffung 2019 noch bei 4,5 Prozent, stieg sie 2020 auf 8,6 Prozent an. Auch bei der Unterlidstraffung zeigt sich ein ähnliches Bild: Von 1,4 Prozent im letzten Jahr stieg diese 2020 auf 3,2 Prozent. Unter Berücksichtigung der aktuellen Maskenpflicht lässt sich vermuten, dass den Augen – als wichtigstem optischen Eindruck in der sozialen Interaktion beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes – besondere Aufmerksamkeit zukommt. Interessant wird für zukünftige Analysen sein, ob sich das Behandlungsinteresse, solange diese Schutzmaßnahmen notwendig sind, gar verfestigt oder ob sich dieses nach dem Ende der Pandemie wieder verflüchtigt.

Leidensdruck bei den unter 30-Jährigen

Als zweites Phänomen im Jahr 2020 zeigt sich, dass bei Patientinnen und Patienten unter 30 Jahren der Leidensdruck bei zu kleiner oder zu großer Brust so stark ist, dass trotz sozialer und finanzieller Einschränkungen aufgrund von COVID-19 der Wille zur Behandlung nahezu unverändert hoch ist. Zu den am häufigsten gewählten Behandlungen bei den 18- bis 30-Jährigen zählt bei den Frauen mit 39,3 Prozent die Brustvergrößerung (mit Implantat) und bei den Männern mit 18,5 Prozent die Gynäkomastie. Patientinnen und Patienten in dieser Altersgruppe erleben den von ihnen empfundenen körperlichen Makel als besonders leidvoll. Die Brust ist das am stärksten wahrgenommene geschlechtsdifferenzierende Merkmal bei der Betrachtung der Körpersilhouette. Zudem hadern die Patientinnen und Patienten häufig bereits seit der Pubertät damit. Die sich in der DGÄPC darstellende hohe Nachfrage unterstreicht für Fachärzte im Bereich der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie, dass Beratungen und dringende operative Behandlungen selbst in schwierigen Zeiten aufrechterhalten werden müssen – im Sinne des Patientenwohls.

Frauenwünsche prägen die Ästhetisch-Plastische Chirurgie

Über die Jahre hinweg stabil ist das Geschlechterverhältnis: Frauen sind und bleiben auch zukünftig die primäre Patientengruppe. Sieben von acht Patienten sind weiblich, und so sind sie es auch, die mit ihren Wünschen und Ansprüchen die Ästhetisch-Plastische Chirurgie und deren Behandlungsmöglichkeiten prägen. Aktuell auffallend ist im Vergleich zu vorangehenden Jahren die geringere Nachfrage nach operativen Eingriffen. Bei einer detaillierten Analyse der Angaben der Patientinnen zeigt sich vor allem eine geringere Nachfrage nach Brustvergrößerungen und Fettabsaugungen. Lag das Interesse an der Brustvergrößerung 2019 noch bei 12,9 Prozent, sank es 2020 im Behandlungs-Ranking der Frauen auf 9,2 Prozent. Ähnliches zeigt sich bei der Fettabsaugung, welche 2019 noch bei 9,7 Prozent lag und 2020 auf 6,7 Prozent fiel.

Auch wenn die Nachfrage der Männer im Vergleich zu der der Frauen deutlich geringer ist, sind sie mit aktuellen 11,8 Prozent eine fest etablierte Patientengruppe mit konkreten Wünschen und Interessen. Wie die Frauen bevorzugen zurzeit auch die Männer minimalinvasive Eingriffe. Die häufigsten Behandlungen bei Männern sind mit 17,9 Prozent die Botulinumbehandlung und mit 16,1 Prozent Faltenunterspritzungen mit Filler. Ebenso interessiert sich diese Zielgruppe zunehmend für Vampir- und Fadenlifting. Mit Blick auf operative Eingriffe liegt die Gynäkomastie mit 14,3 Prozent auf Platz 1 der am häufigsten durchgeführten Behandlungen bei Männern.

Expertenstatus und kompetente Beratung punkten

Ob der lang gehegte Wunsch nach einer Behandlung oder einem Eingriff auch tatsächlich umgesetzt wird, machen die Patientinnen und Patienten von verschiedenen Faktoren abhängig: Jede/jeder Zweite legt großen Wert darauf, einen Experten für den präferierten Eingriff zu finden. Denn viele Patientinnen und Patienten verspüren nicht nur einen Leidensdruck, zugleich sind sie sich oftmals sehr bewusst darüber, dass sich ein Ästhetisch-Plastischer Eingriff entscheidend auf Wohlbefinden und Gesundheit auswirkt. Oft schwingt daher immer auch die Angst vor einem misslungenen Eingriff mit. Der Expertenstatus wird von den Patientinnen und Patienten sowie Experten als eine Garantie für ein Gelingen interpretiert. Dass auch ein guter Ruf und kompetenter Eindruck neben der fachlichen Expertise eine große Wirkung hinterlässt, zeigt auch die Statistik 2020 der DGÄPC.

Weitere interessante Ergebnisse zu Entwicklungen und Trends im Bereich der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie und dass auch die COVID-19-Pandemie nicht spurlos an der Branche vorbeigeht, thematisiert die neue Statistik der DGÄPC. Diese kann kostenlos auf der Website der www.dgaepc.de oder über die Geschäftsstelle abgerufen werden.

Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie e.V. (DGÄPC) / Münzstraße 18 – 10178 Berlin / www.dgaepc.de

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