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Achsilläre Schweißdrüsen- Suktionskürettage

Schwitzen ist eine natürliche Reaktion des Körpers. In der Regel besitzt jeder Mensch etwa zwei Millionen Schweißdrüsen, die klaren, geruchlosen Schweiß produzieren. Übermäßiges Schwitzen stellt jedoch oftmals ein großes Problem dar.

Was tun bei übermäßiger Achselnässe? In diesem Fall ist eine Schweißdrüsenabsaugung eine sinnvolle Lösung des Problems. Gerade im Bereich der Achseln kann das Entfernen der Schweißdrüsen eine echte Entlastung
für die Betroffenen bedeuten.

©PRASAN-MAKSAEN/Shutterstock

Wie ist der Ablauf einer Schweißdrüsenabsaugung?
Der Patient kommt am Tag der Schweißdrüsenabsaugung in die Klinik und hat zunächst die Möglichkeit, eventuell noch bestehende Fragen an den behandelnden Arzt zu stellen. Danach werden die Behandlungsareale mit einem speziellen Stift markiert und er oder sie auf den Eingriff vorbereitet.

Eine Schweißdrüsenabsaugung ist ein minimalinvasiver Eingriff, der ambulant durchgeführt werden kann und ca. eine Stunde dauert, je nach Umfang. Lediglich eine örtliche Betäubung ist notwendig, um die Schweißdrüsen entfernen zu können. Die wichtigsten Punkte einer Schweißdrüsenabsaugung kurz zusammengefasst:


Wo wird eine Schweißdrüsenabsaugung eingesetzt?
Schwitzen ist zwar ein natürlicher Prozess des Körpers, um die Temperatur auf das Normalmaß zu bringen, kann in übermäßigem Maße aber als störend empfunden werden. Die Hyperhidrose wird nicht durch eine Erkrankung ausgelöst und kann altersunabhängig auftreten.

Eine Schweißdrüsenabsaugung ist im Bereich der Achseln möglich und stellt eine Alternative zu einer Botox-Behandlung bei Hyperhidrose dar. Bei übermäßigem Schwitzen an Händen oder Füßen kann eine Botox-
Behandlung eingesetzt werden. In diesen Bereichen ist keine Schweißdrüsenabsaugung möglich.

Dank einer Schweißdrüsenabsaugung kann das eigene Selbstwertgefühl wieder gesteigert werden. Nach der Behandlung kommt es direkt zu einer massiven Reduzierung der Schweißproduktion. Es verbleibt zwar noch eine kleine Anzahl an Schweißdrüsen unter den Achseln, die aber nicht zu einer erneuten Hyperhidrose führen. Nach etwa vier Monaten zeigt sich das endgültige Ergebnis einer Schweißdrüsenabsaugung, wobei die noch störenden
Bereiche erneut behandelt werden können.

Der chirurgische Eingriff, Schritt für Schritt

– eine Lösung, vergleichbar zur Klein’Lösung bei der Fettabsaugung, wird injiziert
– ein Hautschnitt mit einer Größe von ca. 10 mm pro Seite
– die Absaugung der Schweißdrüsen wird mittels einer schlanken Liposuktionskanüle begonnen. Dieser Schritt
bewirkt auch eine regionäre Gewebeauflockerung
– abschließend werden verbleibende Schweißdrüsen mit einem chirurgischen Löffel weiter entfernt


In der Regel wird nach der OP ein spezieller Druckverband angelegt, der am folgenden Tag bei der Kontrolluntersuchung in der Klinik wieder entfernt wird. Die Behandelten sollten sich in den ersten zwei Tagen ausreichend Ruhe gönnen, auch wenn es nur ein kleiner Eingriff war. Schmerzen treten nach einer Schweißdrüsenabsaugung in der Regel nur bei Armbewegungen auf und lassen schnell nach. Gerne kann der Bereich unter den Achseln auch gekühlt werden, was den Heilungsprozess beschleunigen und Schwellungen lindern kann. Spätestens zwei Tage nach der Schweißdrüsenabsaugung ist der Patient wieder gesellschaftsfähig. Schweißtreibende
Tätigkeiten, wie etwa Sport, sind nach etwa einer Woche wieder möglich. Alle Patienten, die sich achsilliär rasieren, sollten sich ca. eine Woche vor dem Eingriff nicht mehr rasieren, und alle, die sich nicht rasieren, sollten eine Woche vor dem geplanten Eingriff eine Rasur durchführen. Wenn der Patient seine Beschwerden und Vorbehandlungsversuche
glaubhaft schildert, kann auf eine Gravimetrie und weitere Tests vor der OP meist verzichtet werden.

Mögliche Risiken einer Schweißdrüsenabsaugung
Wundheilungsstörungen, Nachblutung, Infektion oder temporäre Taubheitsgefühle sind Risiken, die beim Entfernen von Schweißdrüsen vorübergehend möglich sind. Weitere Komplikationen, die im Rahmen dieser Behandlung auftreten können, sind:

– Allergien auf verwendete Mittel (beispielsweise gegen das Lokalanästhetikum)
– umschriebene Hautnekrosen im behandelten Areal
– Wundinfektion
– dauerhafter Achselhaarverlust
– temporäre Bewegungseinschränkung der Arme

Da es sich bei der Schweißdrüsen-Suktionskürettage um einen streng subkutan angesiedelten umschriebenen Eingriff handelt, kommt es nach wenigen Wochen zu einer unauffälligen Abheilung, wobei auch größere Vernarbungsareale optisch schnell unauffällig werden. Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich in der Regel nicht an den Kosten für eine Schweißdrüsenabsaugung. Eine Kostenübernahme seitens einer Privatkasse ist oftmals möglich.

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TEXT VON

Priv.-Doz. Dr. Dr. med. Bernd Klesper

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